Jürgen Pösse
Statement
Jürgen Pösse hält mit seinen Fotografien das Übersehene fest und wandelt es in Kunst. Seine Bühnen sind dabei die Straßen im urbanen Raum. Kunstobjekte, wie sie jeder von uns sehen könnte, meist aber im Augenblick des Sehens nicht als Kunst wahrnimmt.
Seine Serie Out of Trash ist ein fotografischer Ausflug in die Subkultur. Alle Bilder sind im Rahmen anderer Projekte entstanden, dort aber schnell im Papierkorb gelandet –zu banal, zu schmutzig, das will doch niemand sehen. Eben Abfall oder Trash.
Die Idee Out of Trash als Kunstobjekt aufzubereiten ist nur langsam gereift. Es hat eine Zeit gedauert auch das Schöne in diesen Bildern zu entdecken. Mit diesen Bildern der Subkultur befinden wir uns außerhalb des klassischen Systems und logischerweise werden Elemente, die in einem System fehl am Platz sind, gemeinhin als Abfall oder Schmutz bezeichnet.
Das Beunruhigende am Schmutz ist aber seine Fähigkeit alles anzustecken, was mit ihm in Berührung kommt. Man begegnet ihm deshalb mit Vorsicht, Abscheu und Berührungsängsten. Das gerade macht ihn aber aber wiederum auch anziehend, Schmutz kann plötzlich aufregend und subversiv sein und damit faszinierende Schönheit erzeugen. Plötzlich spielen Farben eine dominante Rolle, die Kombination kryptischer Grafittioder wundervolle Street Art gemischt mit banalen Elementen des Systems.
Bewusste Disharmonie, manchmal auch Nichtsagendes –all das vereint in einem Bild hat etwas Kräftiges, etwas Neues entstehen lassen. Am Ende war es eben raus aus dem Papierkorb oder Out of Trash.
Das Projekt wurde erstmalig 2022 in Paris ausgestellt. Zahlreiche Werke von ihm befinden sich im Besitz privater Sammler in Europa und den USA.

Aus der Serie „Out of Trash“, 2021
Fotografie - Hahnemühle Fine Art Print (limitierter Druck), 42x60cm
