Rebecca Grupp

Statement

In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich mit toxischen Beziehungen und damit, was sie emotional mit Menschen machen. 

 

Mit meiner Werkreihe „Trauma-Bonding“ versuche ich sichtbar zu machen, wie solche Dynamiken entstehen, sich entwickeln und oft lange unbemerkt bleiben.

Das Werk „Die Vergiftung“ zeigt für mich den Anfang dieses Prozesses. Ich wollte einen Moment darstellen, der sich zunächst sicher und vertraut anfühlt, obwohl der Schaden eigentlich schon beginnt. Die grüne Flüssigkeit, die vom vermeintlich schützenden Arm auf den sich anvertrauenden Arm übergeht, steht für toxische Verhaltensweisen, die sich langsam ausbreiten und oft erst erkannt werden, wenn sie bereits Wirkung zeigen.

 

Mich interessiert besonders dieser schleichende Übergang – der Punkt, an dem Vertrauen langsam kippt und die eigene Wahrnehmung unsicher wird.

 

Ich arbeite überwiegend mit Kohle und Graphit, um eine realistische, körperliche Präsenz zu erzeugen. Acrylfarbe setze ich gezielt ein, um zusätzliche Tiefe zu schaffen und bestimmte Elemente hervorzuheben. Meinen Stil würde ich als surreal-realistisch beschreiben, da ich realistische Darstellungen nutze, um innere, oft schwer greifbare Prozesse sichtbar zu machen.

 

Mir ist es wichtig, dass meine Arbeiten nicht einfach „angenehm“ sind. Das Bild darf Unbehagen auslösen. Es soll dazu anregen, genauer hinzusehen, Gefühle zuzulassen und sich vielleicht auch selbst zu fragen, wo man solche Dynamiken kennt – bewusst oder unbewusst.

Die Vergiftung, 2026
Mixed Media auf Leinwand, 100x80cm

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