Bodo Ley

Statement

  • geb. 1950 Berlin
  • lebt und arbeitet in Stuttgart und auf Korfu (Griechenland)
  • seit über 30 Jahren Meister der Ikebana-Schule Shin eigetsu shofu ryu
  • Zen-Meditation der Sanbo-Kyodan-Schule

Themen

  • seit vielen Jahren beschäftigt mit der Ästhetik der Einfachheit, Unvollkommenheit und Vergänglichkeit, Wabi-Sabi
  • Objekte und Installationen mit Strandgut, Holz, Stein, Plastik etc.
  • peziell „Sonnenbrände“ auf Treib-/Holz, die durch durch das Bündeln von Sonnenlicht (das in genau 499 Sekunden aus 149.597.870 km von der Sonne auf die Erde trifft)  mit einer Lupe entstehen zu lassen und so ständige Auseinandersetzung mit Sonne, Schatten, Wolken, Meer und Wind
  • Malerei (Acryl)

Anmerkung zum Thema Ikebana

Ikebana, die esoterische Blumenkunst Ostasiens, entnimmt die Elemente ihrer Gestaltung unmittelbar der lebendigen Fülle der Natur und lässt durch die Hand des Meisters Arrangements entstehen von strengen und sanften Linien, von gelassener Poesie.

Ihr Wesen ist nicht das Anhäufen von Blumen in mehr oder minder geschmackvollen Vasen, sondern  klare künstlerische Gestaltung, innere Form nach festen Regeln einer geistigen Disziplin. Diese so liebenswerte Kunst bringt die tröstende Stille und zeigt in besonderer Weise die Schönheit des Zerbrechlichen und Vergänglichen als etwas Einmaliges und Unverlierbarem auf. Ihre tiefste innere Form weist auf die unverrückbare Dreiheit der emporzeigenden, abwärtsweisenden und seitlich ausschwingenden, vermittelnden  Linien hin, als Verneigung vor der Weltordnung begriffen im Dreieck der drei Prinzipien von Himmel, Erde und Mensch als Bild der Harmonie des Weltganzen.

Anmerkung in eigener Sache

Zeitgenössisches Ikebana besitzt zwei Gesichter – ein streng der Tradition verbundenes und ein scheinbar von allen Konventionen befreites. Zwischen Tradition und Innovation besteht kein Widerspruch.

Nur für wenige Stunden ist oftmals ein Arrangement wirklich vollendet, danach beginnt bereits der leise Verfall. Nicht nur, dass sich die Pflanzen langsam verändern, der Betrachter, die Lichtverhältnisse ändern sich, alles ist einmalig und unumkehrbar. Damit ist ein Ikebana nicht wiederholbar. Selbst wenn man es versuchen würde, dieselben Pflanzen in demselben Gefäß am selben Ort noch einmal zu arrangieren. Damit fordert das Ikebana unsere Fähigkeit heraus konzentriert im Hier und Jetzt zu leben.

Jeder Moment, sei er auch noch so flüchtig, kann daher jederzeit Quell der Lebensfreude sein. Dabei hat nicht jeder Betrachter den rechten Blick für ein Ikebana, sei es, dass er glaubt schon alles zu kennen oder dass er es als nicht modern und zeitgemäß betrachtet.

Die Menschen haben sich in jeder Epoche nach einer Begegnung mit dem Schönen, dem Erfrischend-Neuen gesehnt. Begegnen sie diesem – wie zufällig auch immer – berührt es sie zutiefst.

Mit genau dieser Einstellung möchte ich weiterhin Ikebana machen.  Es soll spürbar sein: die Freude am schöpferischen Tun, die nur der Mensch kennt und die auch im Ikabana gegenwärtig ist und die Kraft, die von ihm ausgeht.

Ikebana soll so faszinierend sein, dass es die Herzen der Menschen erobert. Im modernen, freien Ikebana sind die Konturen zu zeitgenössischen Kunstrichtungen fließend geworden und verschwinden weiter.

Vor diesem Hintergrund ist es mein vorrangiges Interesse, noch vorhandene erkennbare Abgrenzungen und Verkrustungen im Sinn eines sich ständig wandelnden und dabei erneuernden, avantgardistischen Ikabana abzubauen um somit die Entwicklung hin zum von mir kreierten Ikebanismus als einer eigenständigen, anerkannten Stilrichtung voranzubringen und zu vollziehen.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.